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Weitere Erfolgsbeispiele

Innovation durch Kooperation

Bayern Innovativ unterstützt und begleitet als Projektträger, Partner oder Mediator zahlreiche Forschungsvorhaben. So werden  technologie- und branchenübergreifende Lösungen entwickelt – wie auch bei diesen drei Beispielen.

Effizienz im Alu-Transport

Alu setzt Trends: Das Metall wird für den Leichtbau in der Automobil- und Flugzeugindustrie immer wichtiger. Doch seine Verarbeitung, vor allem das Schmelzen, verbraucht enorm viel Energie. Vom Schmelzbetrieb wird das verflüssigte und bis zu 900 Grad heiße Metall zur Gießerei transportiert. Dabei geht wertvolle Energie verloren, denn trotz speziell konstruierter Behälter kühlt der Werkstoff darin ab.

Wissenschaftler der Hochschule Ansbach haben jetzt zusammen mit Industriepartnern die Tiegel und den Transportprozess untersucht. Numerische Strömungssimulationen und modernste Mess- und Analysemethoden zeigen: An der Innenwand der Kessel lagert sich viel Aluminium an. Diese Schicht kostet Energie, denn bevor die Schmelze eingefüllt wird, werden die Tiegel vorgeheizt – durch die Ablagerungen müssen die Behälter stärker erwärmt werden.

Die Lösung: Reinigung der Kessel in kürzeren Abständen. Zusammen mit Optimierungen in der Transportkette lässt sich so der Energieverbrauch um 15 Prozent reduzieren. „Doch es gibt noch mehr Einsparpotenzial“, erklärt Ansgar Ringleb, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Ansbach. „Im oberen Drittel der Tiegel geht die Hälfte der Wärme verloren. Denkbar wäre ein Folgeprojekt zur Verbesserung der Isolierung.“

Unterstützt wurde das Projekt von BayTech – das Netzwerk verknüpft Hochschulen und Unternehmen, um wissenschaftliches Know-how in Innovationen für Unternehmen umzuwandeln.

Effizienz im Alu-Transport (© Ansgar Ringleb)

Elektro-Power für den Tiger 

Ob Mähdrescher, Feldhäcksler oder Rübenernter – selbstfahrende Erntemaschinen müssen auf dem Acker hohe Leistung bringen. In der Landwirtschaft nutzt man dazu oft hydraulische Antriebe. Aber die Wirkungsgrade der Hydraulik sind eher mittelmäßig. Elektroantriebe arbeiten wesentlich energieeffizienter. Daher hat der Elektronik- Hersteller Sensor Technik Wiedemann zusammen mit der Technischen Universiät Dresden eine dieselelektrische Antriebslösung entwickelt. Zusammen mit den Landmaschinen-Spezialisten der Firma ROPA wurde das Konzept auf die Anforderungen des ROPA-Rübenvollernters „euro-Tiger“ optimal abgestimmt.

Das Ergebnis ist vielversprechend: In ersten Feldversuchen spart der mit Elektro- Power ausgerüstete Tiger 15 Prozent Diesel. Und der Wirkungsgrad ist mit 82 Prozent um etwa ein Viertel höher als der hydrostatische Antrieb. „Aber das volle Potenzial an Einsparungen ist noch längst nicht ausgeschöpft“, erklärt Harald Dietel, Projektmanager bei Sensor Technik Wiedemann. „Und die Elektrifizierung könnte auch allen Branchen der mobilen Arbeitsmaschinen neue Impulse verleihen.“ Gefördert wurde das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Und das Innovationsund Technologiezentrum Bayern (ITZB) hat das Projekt begleitet. Das Zentrum unterstützt Unternehmen in Fragen zur Technologieförderungen des Freistaates.

Elektro-Power für den Tiger (© ROPA Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH)

Sonnenstrom vom Flachdach

Häuser liefern Strom – dank installierter Photovoltaiksysteme (PV). Etwa 23 Millionen Quadratmeter auf Dächern und Fassaden würden sich aufgrund des Sonneneinfalls eignen. Doch die Anlagen sind oft zu schwer oder nur in Neubauten zu installieren. Jetzt entwickeln neun Partner eine effiziente Lösung, gefördert von der EU. Ihr Ziel: Solarmodule bereits während der Herstellung in Dachfolien zu integrieren. Diese Folien werden üblicherweise auf Flachdächern als Dichtmembranen eingesetzt. „Die Kombination der Photovoltaikzellen mit Baumaterial ist absolut neu“, erklärt Georg Voggenreiter von der Maschinenfabrik Herbert Meyer GmbH.

Voggenreiter und sein Team haben die Laminiermaschine konzipiert, mit der Photovoltaik- und Dichtungsfolie verbunden werden. „Damit produzieren wir nicht nur einzelne Stücke, sondern kontinuierlich in großen Rollen. Das senkt die Produktionskosten erheblich“, so Voggenreiter. Aber die etwa drei Millimeter dicke Folie ist nicht nur für Flachdächer geeignet: Ihr geringes Gewicht macht sie für Anwendungen interessant, wo herkömmliche Gebäude-PV-Anlagen zu schwer sind oder man sie nur mit großem Aufwand installieren kann. Derzeit kleben die Folien versuchsweise auf Industriegebäuden in Belgien – und liefern Sonnenstrom. Mit der neuartigen Folie wollen die Projektpartner den derzeitigen Nischenmarkt der gebäudeintegrierten Photovoltaik stärken.

Hilfe bekamen sie vom EU-Kooperationsbüro – das Netzwerk unterstützt KMUs und wissenschaftliche Institute dabei, ihre Innovationen und Technologien europaweit zu vermarkten.

Sonnenstrom vom Flachdach