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EU-Projekt S_Life

„Wir können die Ressourceneffizienz weiter steigern“

Schonung natürlicher Ressourcen, mehr Energieeffizienz, weniger Schadstoffemission: Die ökologischen Herausforderungen der Automobilindustrie sind vielfältig. Nur in einem ganzheitlichen Ansatz kann der Lebenszyklus eines Autos nachhaltig gestaltet werden – von der Herstellung über die Nutzung bis zur Wiederverwertung.

Im EU-Projekt S_LIFE erarbeiten die Partner auf wissenschaftlicher Basis ökonomisch und ökologisch relevante Lösungen. Beim Projektpartner Bayern Innovativ setzt sich das Team aus Mitarbeitern der Cluster Automotive und Neue Werkstoffe zusammen – darunter auch Rainer Mayer und Tanja Flügel.

Tanja Flügel – Projektmanagerin, Bayern Innovativ (© Verena Probst/Bayern Innovativ GmbH)

Was sind die Ziele des S_LIFE-Projekts?

Mayer: Das Projekt „European Synergies and Cooperation for Sustainable vehicle along the Life-Cycle”, kurz S_LIFE, soll die Nachhaltigkeit im gesamten Lebenszyklus des Automobils steigern. Daran arbeiten sieben Partner aus Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Slowenien und Italien, darunter auch Bayern Innovativ mit den Clustern Automotive und Neue Werkstoffe. Die Projektpartner ermitteln neue technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ansätze von der Konstruktion und Fertigung bis hin zu Demontage und Recycling.

Flügel: Es geht u. a. um den Leichtbau mit Aluminium und kohlenfaserverstärkten Kunststoffen. Beide sind in der Herstellung sehr energieintensiv. Doch auch Primär-Aluminium kann bei Betrachtung des gesamten Lebenszyklus zur Nachhaltigkeit des Autos beitragen – etwa durch die Reduzierung des Kohlenstoffdioxid- Ausstoßes pro Kilometer Laufleistung oder weil das Material später so gut wie ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden kann.

Sie verfolgen also einen ganzheitlichen Ansatz?

Mayer: Ja, oftmals basieren Innovationen auf einzelnen Aspekten wie dem Recycling von Altfahrzeugen oder dem Design von Neufahrzeugen. Die gesamte Wertschöpfungskette wird meist außer Acht gelassen. Doch nur mit einem ganzheitlichen und integrierten Ansatz wird die Branche den gesamten Produktlebenszyklus nachhaltig gestalten können.

Flügel: Um das zu schaffen, ist es natürlich wichtig, dass die Akteure aus den verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette eingebunden werden. Im S_LIFE-Projekt wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen internationalen Clustern gefördert und unterstützt.

Wo steht das Projekt gerade?

Flügel: Seit dem Kick-off des Projekts im Januar 2012 haben wir in abgeschlossenen und laufenden Studien zur Ressourceneffizienz im Fahrzeugbau recherchiert und die Hauptakteure der beteiligten Regionen angesprochen. Aus diesen Interviews haben wir Barrieren und Potenziale identifiziert und auch konkrete Vorschläge für Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette gesammelt.

Mayer: Aus den Analysen regionaler Stärken und Schwächen wurden dann konkrete Ansätze ausgearbeitet, mit denen die Prozessbeteiligten die Ressourceneffizienz von der Entwicklung bis zur Verwertung eines Fahrzeugs weiter steigern können.

In den nächsten zwei Jahren werden die Partner in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren Strategien und Maßnahmen für die Aktivierung, Koordinierung und Vernetzung von Ressourcen und Kompetenzen erarbeiten.